Anleitung

So schreibst du KI-Video-Prompts, die beim ersten Mal sitzen.

Eine einfache Formel, die Fehler, die Credits kosten, und Beispiele zum Kopieren für Veo 3.1, Seedance und Kling.

  • Aktualisiert am 5. November 2026
  • 4 Min. Lesezeit

Die Formel

Ein Videomodell liest deinen Prompt so, wie eine Filmcrew eine Shotliste liest. Es muss wissen, wer im Bild ist, was passiert, wo, wie die Kamera es sieht, wie das Licht aussieht und was wir hören. Lässt du etwas davon weg, rät das Modell, und daher kommen die meisten enttäuschenden Clips.

Schreib es in dieser Reihenfolge. Die ersten Wörter haben das meiste Gewicht, also kommen Motiv und Handlung zuerst und die Stildetails danach.

  • Motiv: wer oder was, mit zwei, drei Details, die es konkret machen.
  • Handlung: eine Hauptsache, die im Shot passiert.
  • Ort und Zeit: wo es passiert, und wann.
  • Kamera: wie nah wir sind und wie sich die Kamera bewegt.
  • Licht und Look: das Licht, die Farben, der Film- oder Kunststil.
  • Ton: Dialog in Anführungszeichen, Atmosphäre, Musik, Effekte.

Starte mit Motiv und Handlung

„Eine Frau in einem Café“ gibt dem Modell fast nichts. „Eine Frau in ihren Sechzigern mit silbernem Haar und grüner Regenjacke rührt am verregneten Fenster ihren Kaffee um“ gibt ihm eine Person, eine Geste und eine Stimmung. Zwei oder drei konkrete Details reichen, eine Liste von zehn steht sich selbst im Weg.

Bleib bei einer Haupthandlung pro Shot. Ein Clip dauert ein paar Sekunden: „Sie blickt von ihrem Buch auf und lächelt“ passt, „sie trinkt ihren Kaffee aus, zahlt, geht hinaus und erwischt einen Bus“ nicht. Hat deine Idee mehrere Schritte, mach mehrere Clips und füg sie zusammen.

Führ die Kamera

Modelle verstehen die Wörter, die ein Regisseur verwenden würde. Sag, wie nah die Kamera ist und ob sie sich bewegt; sagst du nichts, bekommst du meist eine langsame, beliebige Bewegung.

  • Bildausschnitt: Detailaufnahme, Nahaufnahme, Halbnahe, Totale, Luftaufnahme.
  • Bewegung: langsame Ranfahrt, Rückfahrt, Kamerafahrt, Orbit, Handkamera, statische Kamera.
  • Objektiv und Tiefe: Makro, 35 mm, 85 mm, geringe Schärfentiefe.
  • Tempo: Zeitlupe, Zeitraffer, Echtzeit.

Bestimm Licht und Look

Licht tut mehr für die Stimmung als jedes Adjektiv. „Goldene Stunde“, „weiches Fensterlicht“, „Neonspiegelungen auf nassem Asphalt“ oder „harte Mittagssonne“ verändern jeweils den ganzen Shot. Wörter wie „schön“ oder „filmisch“ allein bringen wenig; beschreib lieber, was es schön macht.

Einen Stil setzt du ganz an den Anfang: „Knetanimation im Stop-Motion-Stil.“, „Handgemalter Anime-Filmstil.“, „Look eines 35-mm-Films aus den 1980ern.“ Das Modell liest dann alles Weitere in diesem Stil.

Schreib den Ton, und setz Dialoge in Anführungszeichen

Veo 3.1, Seedance, Kling 4.0 und die meisten anderen Videomodelle erzeugen Ton mit dem Bild. Beschreib ihn wie jeden anderen Teil des Shots: „Café-Gemurmel“, „Regen auf einem Blechdach“, „ein einzelner Klavierton“.

Bei Dialogen sag, wer spricht, und setz die genauen Wörter in Anführungszeichen: Der alte Fischer sagt: „Dem Meer ist egal, wie müde du bist.“ Halt die Sätze so kurz, dass sie in die Länge des Clips passen, und gib immer nur einer Person einen Satz. Wenn du eigene Musik hinzufügen willst, wähl ein Modell, bei dem du den Ton ausschalten kannst, wie Kling 3.0.

Mit einem Bild starten

Bei Bild zu Video zeigt das Bild schon Motiv, Ort und Licht. Beschreib sie nicht noch einmal, sondern beschreib, was sich bewegt und wie die Kamera folgt. „Die Frau dreht sich zur Kamera und lächelt, ihr Haar bewegt sich im Wind, langsame Ranfahrt“ ist ein vollständiger Prompt, wenn das Bild den Rest erledigt.

Mit einem Bild zu starten ist auch der zuverlässigste Weg, eine Figur oder ein Produkt von Shot zu Shot identisch zu halten: Erstelle das Bild einmal und animiere es dann so oft, wie du willst.

Fehler, die Credits kosten

Die meisten misslungenen Clips gehen auf dieselben paar Gewohnheiten zurück. Prüf deinen Prompt vor dem Generieren anhand dieser Liste.

  • Mehrere Handlungen in einem kurzen Clip. Teil sie auf mehrere Shots auf.
  • Widersprüche, wie „eine ruhige, hektische Szene“ oder „Nacht, helles Sonnenlicht“.
  • Lesbarer Text im Video: Schilder, Etiketten und Beschriftungen kommen meist falsch heraus. Füg Text danach hinzu oder nutz automatische Untertitel.
  • Echte Personen, Marken und Figuren, die dir nicht gehören. Erfinde eigene.
  • Vage Wörter statt Details: „fantastisch“, „episch“, „hohe Qualität“.
  • Prompts, die eine Geschichte statt eines Shots beschreiben. Schreib, was die Kamera sieht.

Günstig entwerfen, dann den finalen Shot rendern

Derselbe Prompt braucht oft zwei oder drei Versuche, bis Timing und Bildausschnitt stimmen. Mach diese Versuche mit einem leichteren Modell wie Seedance 2.0 Fast oder Mini oder Veo 3.1 Fast oder Lite, in niedrigerer Auflösung. Wenn der Shot funktioniert, render ihn einmal mit dem vollen Modell in der Auflösung, die du brauchst.

In Aventada zeigt der Button den Preis jeder Generierung vor dem Klick, und fehlgeschlagene Generierungen werden erstattet. So planst du deine Credits Shot für Shot.

Beispiele zum Kopieren

Jedes davon folgt der Formel. Kopier eins, ändere das Motiv und behalte die Struktur.

  • Documentary interview, medium close-up. An old fisherman with a grey beard sits on a wooden dock at sunrise, nets behind him. He looks just off-camera and says: “The sea doesn't care how tired you are. That's why I like it.” Gulls, water lapping, natural light, slight handheld movement.

  • A skateboarder in a faded green hoodie rolls toward a concrete stair set in an empty plaza, pops a clean kickflip down the stairs and lands it. Slow motion at the peak, low angle, late-afternoon sun. Wheels on concrete, the snap of the board.

  • Claymation stop-motion. A plump fox in a tiny striped apron opens the shutters of his miniature bakery at dawn and sets a tray of round loaves on the counter. Handmade plasticine textures, slight stop-motion jitter, warm sunrise light, accordion music.

  • Vertical phone video. A ginger cat on a tidy desk stares at the camera, then slowly pushes a pen off the edge with one paw. Slow motion on the falling pen, warm desk-lamp light, the soft clack of the pen on the floor.

Weitere Modelle.

Fragen.

Meist zwei bis fünf Sätze. Lang genug für Motiv, Handlung, Kamera, Licht und Ton, kurz genug, dass jedes Detail zählt. Manche Modelle begrenzen die Prompt-Länge, und das Studio sagt dir, wenn du darüber liegst.

Nein, aber Modelle folgen Englisch meist am genauesten, deshalb sind unsere Beispiele auf Englisch. Dialoge können in jeder Sprache sein: Schreib sie in Anführungszeichen in der Sprache, die du hören willst.

Die üblichen Gründe sind zu viele Handlungen für die Länge des Clips, Widersprüche oder fehlende Angaben zu Kamera und Licht. Vereinfach auf eine Handlung, füg die Kamera hinzu und versuch es zuerst mit einem leichteren Modell.

Meistens ja. Jedes Modell hat seine Stärken, deshalb kann derselbe Prompt ganz unterschiedlich aussehen: Veo 3.1 neigt zu Realismus und Dialog, Kling zu Bewegung, Seedance zum Schauspiel. Zwei Modelle mit einem Prompt zu vergleichen ist der schnellste Weg zur Entscheidung.

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